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Vortragsreihe 2015

Technik trifft Entwicklungszusammenarbeit

Unter diesem Titel startet die Vortragsreihe des Vereins Ingenieure ohne Grenzen Austria am 14.10. in die zweite Runde. Geplant ist ein abwechslungsreiches Programm mit Diskussionsrunden, Streitgesprächen und ausreichend Zeit für etwaige Fragen des Publikums.

Im Rahmen der sechs Veranstaltungsabende werden verschiedene Vortragende den Schnittpunkt von Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und Technik sowohl aus theoretischer, als auch praktischer Sicht aufgreifen und von unterschiedlichen Seiten beleuchten. Ziel dabei ist es, auf globale Ungleichheit aufmerksam zu machen und Denkanstöße dafür zu liefern, wie wir unser Wissen und unsere Fähigkeiten im technischen Bereich für soziale Projekte einsetzen können. Die Vorträge sollen allerdings auch dazu anregen, EZA  kritisch zu hinterfragen und die Bedeutsamkeit von Nachhaltigkeit und kultureller Sensibilität in der EZA unterstreichen. Willkommen sind natürlich alle, die sich für das Thema interessieren und gerne mehr darüber erfahren würden.

Hier geht es zu Informationen über vergangene Vorträge.

wann?

18:30 - an ausgewählten Mittwochen

wo?

TU Wien Hörsaal BD 02
Getreidemarkt 9, 1060 Wien

für wen?

Studierende und alle Interessierten

 

Termine

13. Jänner 2016

Mehr Guano für Peru! Eine Umweltgeschichte von Experten und langfristigem Risiko

Vortrag von Univ. Prof. Ing. Dr.phil. Verena Winiwarter mit anschließender Fragerunde

Kann man denn überhaupt etwas Sinnvolles aus Geschichte lernen? Die Umweltgeschichte zeigt, dass und wie das geht. Weil HistorikerInnen Jahrzehnte und Jahrhunderte überblicken, können Sie auf Fallstricke aufmerksam machen, die man aus der Gegenwart allein nicht sehen
kann. Gerade die Umweltwirkungen von oft gut gemeinten Eingriffen von kolonialen Verwaltungen und später ebenso gut meinenden Entwicklungshilfe-Experten  haben es in sich, was die langfristige Verwandlung der Umwelt angeht, nicht nur, aber auch an der peruanischen Küste, wo seit den 1840er Jahren der erste global gehandelte Dünger, Guano, eine Reihe von Experten beschäftigte. Eine lehrreiche Geschichte...

Das Projekt wird als Sonderprojekt von der HTU unterstützt. Danke!

Das waren die Vorträge

14. Oktober 2015

Entwicklungszusammenarbeit im Umbruch

interaktives Streitgespräch zwischen Univ. Lekt. DI Friedbert Ottacher (als kritischer Journalist) und Mag. Thomas Vogel (als EZA-Experte)

Nach 65 Jahren Entwicklungszusammenarbeit stellt sich die Frage, was damit erreicht wurde und wie die Zukunftsperspektiven aussehen.

Friedbert Ottacher und Thomas Vogel bieten in Form eines Streitgesprächs einen kritischen und reflektierten Überblick zum Nutzen und zur Sinnhaftigkeit der Entwicklungszusammenarbeit von ihren Anfängen bis heute. Zeitbedingte Projektzugänge – von der Verteilung von Almosen über »Hilfe zur Selbsthilfe« bis hin zu globalen Kampagnen – werden ebenso thematisiert, wie Möglichkeiten zur Gestaltung einer zukünftigen internationalen Zusammenarbeit.

Was wäre (für Sie) die perfekte Entwicklungszusammenarbeit?
Wer bestimmt wie sich der Süden zu entwickeln hat?
Wenn die Entwicklungszusammenarbeit alle Probleme löst, macht sie sich
nicht selbst überflüssig?
Wie "N" sind NGOs?
Mit Ihrem Streitgespräch lösten die Vortragenden viele kritische Fragen aus, gaben jedoch auch mit Überzeugung Antworten. Vielen Dank an Friedbert Ottacher und Thomas Vogel für die Gestaltung eines animierten Abends!

28. Oktober 2015

Transplanted Development? Community-led Total Sanitation (CLTS)

Doppelvortrag von Yuki Seidler, MA MSc und Dr. Valentin Seidler, in englischer Sprache

Why is it so hard to copy technologies that work well in one community into other communities lacking them?

In the first part of their talk Yuki and Valentin Seidler will introduce institutional transplants – a concept taken from the field of institutional economics - to try and find an answer to this question.The second part of their talk will discuss a well known hygiene and sanitation promotion model and the problems of applying it in various contexts: Community-Led Total Sanitation (CLTS). You will learn the importance of institutions and how they may influence the overall well-being and social capital of a community.

Both lecturers will draw from their academic backgrounds as well as from their experiences in the field. Active participation and discussion are encouraged. The talk will be held in English, but questions in German are warmly welcomed.

We started out with an economic view on the world, declared communication a transaction process, and heard basic explanations about the nature of institutions. Focussing on the example of health and sanitation those economic ideas were transplanted into a context of development cooperation. Analyzing the concept of Community-Led-Total Sanitation we learned one important lesson: If we want to bring sanitation to developing countries, the technological side is usually the smaller problem, but transplanting rules for using them is the truly tricky part. Unfortunately a general method for transplanting rules has not been found yet. Nevertheless there still is a job for engineers in development
cooperation: It is important that certain technologies are introduced at the same time embracing  local know-how and customs.
We would like to thank Mrs. and Mr. Seidler for taking the time to enspire us!

11. November 2015

Erneuerbare Energie im Globalen Süden: Grüne Entwicklung oder "Green Grabbing"?

Vortrag von Maga. Magdalena Heuwieser mit anschließender Fragerunde


Magdalena  Heuwieser  stellte  zwei  Wasserkraftprojekte  in  Honduras  vor.  Sie  ging  auf  die Rolle  der Stromproduzenten       und       deren       Versprechen       an       die       lokale       Bevölkerung       wie Infrastrukturverbesserungen, Durchführung sozialer Projekte und den Bau von Krankenhäusern ein. Dabei zeigten sich Unterschiede in den Erzählungen der marktwirtschaftlich ausgerichteten Konzerne und  der  BewohnerInnen.  Unter  dem  Deckmantel  des  nachhaltigen  Wirtschaftens  lag  der  Fokus  der Produzenten weiterhin auf der Profitmaximierung.

Bei Projekten zur Energieversorgung mit erneuerbaren Energiequellen sind wie auch bei anderen Projekten folgende Punkte zu beachten: Größe des Projektes, Umsetzung des Projektes, Gründe für die Umsetzung, Interessen und Ziele der Stakeholder. Es gilt zu fragen, für wen eigentlich der Strom produziert wird. Die Form der Genossenschaft könnte einen nachhaltigeren Zugang zur technischen Entwicklungshilfe mittels Wasserkraftausbau bieten. Grundsätzlich ist klar geworden, dass es sich ganz nach dem Motto "System change, not climate change" nicht um eine technische sondern ein systemische Herausforderung handelt.

Vielen Dank an Magdalena Heuwieser für die Gestaltung dieses Vortrages!

25. November 2015

TU-Angehörige in der Entwicklungszusammenarbeit – Erfahrungs- und Erlebnisberichte aus verschiedenen Stufen der akademischen Laufbahn

Vortragsabend mit 3 Kurzvorträgen und anschließender Diskussionsrunde:

Ass. Profin. DIin Drin.techn. Karin Stieldorf:

Klimagerechtes Bauen weltweit

Der Klimawandel kann für Menschen und Umwelt bestehende Risiken verstärken und neue Risiken nach sich ziehen. Die Reduktion der Treibhausgasemissionen kann diese Gefahr wesentlich verringern - doch die CO2-Emissionen steigen und haben sogar ein neues Rekordniveau erreicht. Für die Erreichung des 2°-Zieles müssen daher alle verfügbaren Potentiale genutzt werden. Eine umfassende Strategie, wie dies national und international erreicht werden kann, liegt nicht am Tisch. Einer der drei relevanten Bereiche bleibt neben Verkehr und industrieller / landwirtschaftlicher Produktion der Gebäudebereich. Errichtung und Betrieb von Gebäuden, sowie v.a. das Führen der Temperatur im Innenraum benötigen noch immer viel Energie. Im Vortrag soll beschrieben werden, wie kluge Gebäudekonzepte, die auf das Klima des Standortes und die Gewohnheiten der Bewohner abgestimmt sind, dazu beitragen können, dass wir kommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt hinterlassen.


DI Dr.techn. Jakob Lederer:

From sources of data to research partners: examples from a waste management research project in Busia, Uganda

Civil society initiatives like non-governmental and community based organizations (NGOs, CBOs) are important players to advance social development in the global south. According to positivist theories the knowledge and tools for development should be created and provided by scientific research institutions, while constructivist and post-modernist theories point out the mutual learning process between civil society and researchers. While this debate is seen more as being purely academic, some fundamental questions in the collaborative practice of researchers and civil society in development contexts remain. In his presentation, Jakob Lederer from Vienna University of Technology will discuss some of these issues, based on research and teaching experiences from Indonesia, Uganda, and Ghana.


Paul Spiesberger, BSc:

INSO and ICT4D.at strengthen universities’ capacities in Mozambique

This Information and Communication Technologies for Development (ICT4D) project is designed to strengthen capacity and infrastructure at the partner institution, the Department of Mathematics and Informatics (DMI) of the Eduardo Mondlane University (UEM) in Mozambique/Maputo, while Vienna University of Technology (TUW) is providing specialist competency as a research partner in this effort. The NGO/NPO organisation ICT4D.at is supporting as a subcontractor of TUW as well as the Centre for Social Innovation (ZSI) with an external eye on evaluation and monitoring. The expected results are a higher quality of education offered by the department of Mathematics and Informatics at UEM and a strengthening of the research capacities to produce research outputs of relevance to the Mozambique strategic economic sectors for rural development and poverty reduction. The improvement of the information technology programs and infrastructure, coupled with a sustainable research partnership between UEM and TUW, is the main development goal to be achieved, so that the practical results can be made sustainable in the process of teaching, research and contribution to the Mozambican private sector, civil sector and the economy as a whole.

9. Dezember 2015

Linking Students From the Developed World with Developing World People: Experiences of the Montana State University Chapter of Engineers Without Borders

Vortrag von Otto R. Stein, PhD, Professor of Civil Engineering (Montana State University, Engineers Without Borders - USA), in englischer Sprache

The mission of Montana State University’s Award-winning Student Chapter of Engineers Without Borders (EWB-MSU) is to bring clean water and sanitation facilities to 61 primary schools in rural Khwisero, Kenya.  Started in 2004 the chapter has sent almost 200 students to Khwisero since bringing improved water and/or sanitation to 24 schools.  Created with a Kenyan architect who grew up in Khwisero, the ongoing project hinges on a mutual, long-term commitment and continuous cultural exchange.  Kenyans co-manage and integrate local resources with EWB projects improving their health and economy and host visiting EWB members in their homes.  MSU students thrive on hands-on outreach.  MSU students and faculty integrate interdisciplinary curricula, service learning and global-action initiatives around EWB activities. This presentation will focus on not only the successes but also on the lessons learned over the first ten years of the interaction.